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FAQ

Fragen & Antworten zu TRAVOLUTION

Was ist eine Netzsteuerung?

Eine Netzsteuerung schaltet Grüne Wellen in einem Verkehrsnetz, also nicht nur entlang von Haupttrassen, mit Hilfe von Lichtsignalanlagen (Ampeln). Die Ampelschaltungen müssen dabei so gut wie möglich aufeinander abgestimmt sein und die Verkehrsnachfrage berücksichtigen. Deshalb optimiert die Netzsteuerung mathematisch eine „Zielfunktion“. Die Zielfunktion legt die Kriterien fest, mit denen das Optimum gesucht wird: die Summe der Wartezeiten aller motorisierten Verkehrsteilnehmer, die Anzahl der Halte, die Gesamtreisezeit. „Optimal“ bedeutet, dass die drei Kriterien aus Sicht aller Fahrzeuge minimiert werden.

Wann ist die Steuerung „verkehrsadaptiv“?

Ein Steuerungsverfahren ist verkehrsadaptiv, wenn es vorausschauend und aktiv Veränderungen in der Verkehrsnachfrage berücksichtigt. Vorausschauend heißt, dass auf der Basis einer momentanen Verkehrslage eine Prognose auf die zu erwartenden Verkehrsströme gerechnet wird.

Was ist Car2X-Kommunikation?

Ein Car2X-System ermöglicht dem Fahrzeug, mit seiner Umgebung zu kommunizieren. Das dient der Fahrsicherheit, wenn beispielsweise das Auto den Fahrer vor einem plötzlich auftretenden Hindernis warnt, oder wie in Der informierte Fahrer der Verbesserung des Verkehrsflusses, wenn die Ampel dem Autofahrer mitteilt, wie die Grüne Welle am besten „erwischt“ werden kann und wie lange er noch vor Rot warten muss. C2C steht für car-to-car, C2I für car-to-infrastructure, C2X bezeichnet den gesamten Themenkomplex.

Gibt es TRAVOLUTION nur in Ingolstadt?

TRAVOLUTION war ein Pilotprojekt mit neuen Technologien. Die Optimierung der verkehrsadaptiven Netzsteuerung mit Genetischen Algorithmen wurde zum ersten Mal in Deutschland (und wahrscheinlich weltweit) umgesetzt. Als nächste bayerische Stadt wird Regensburg die TRAVOLUTION-Netzsteuerung einrichten. In Hamburg, Wien und Frankfurt am Main sind oder werden Netzsteuerungen dazu beitragen, den Verkehrsablauf in der Stadt wesentlich zu verbessern. Mit „Der informierte Fahrer“ entwickelte und testete AUDI erstmalig ein System für die car2x-Kommunikation unter realen Bedingungen. Das ist ein entscheidender Schritt hin zur Serienreife.

Kann Straßenverkehr überhaupt „umweltschonend“ sein?

Natürlich ist Straßenverkehr vor allem eine Belastung für die Umwelt. Parallel zu den Fahrzeugentwicklungen hin zu umweltschonenden Motoren kann auch intelligente Lichtsignalsteuerung wie TRAVOLUTION dazu beitragen, die Folgen des städtischen Verkehrs für die Umwelt nachweislich vermindern. Wir können den Verkehr nicht abschaffen, dafür aber so gut wie möglich steuern, mit positiven Effekten für die Umwelt.

Merke ich als Autofahrer viel von der Netzsteuerung?

Im Straßenverkehr tritt oft ein ähnliches Phänomen auf wie an der Supermarktkasse: gefühlt steht man immer in der langsamsten Schlange. Dies liegt aber allein daran, dass man negative Erlebnisse stärker wahrnimmt als positive. In diesem Sinn merken die Autofahrer anfangs deutlich, wenn die Netzsteuerung die Ampelschaltungen optimiert und sie spürbar besser „durchkommen“. Allerdings gewöhnt man sich auch schnell an die verbesserte Steuerung und nimmt sie als selbstverständlich wahr. Die positiven Effekte werden am deutlichsten, wenn man die Zeitersparnis für alle motorisierten Verkehrsteilnehmer misst. Hier ist die Zeitersparnis auch empirisch einwandfrei nachgewiesen.

Warum gibt es keine Grünen Wellen für Radwege?

Es gibt Grüne Wellen für Radfahrer! In Städten mit sehr hohem Radfahreranteil, wie z.B. der Universitätsstadt Münster, sind in einzelnen Straßen solche Grünen Wellen eingerichtet. Voraussetzung ist aber, dass ganze Radfahrerpulks geschlossen auf eigenen Radfahrerspuren fahren. Im Allgemeinen treten Radfahrer aber als einzelne Individuen mit sehr unterschiedlichem Fahrverhalten auf. Für diese Individuen kann man keine Grüne Wellen schalten, vor allem, wenn sie gemeinsam mit dem motorisierten Verkehr auf Gemischtspuren fahren.

Verbessert Netzsteuerung auch die Fahrzeiten von Bussen und Trambahnen?

Die Auswertung von TRAVOLUTION hat ergeben, dass der bessere Verkehrsfluss für Autos die Beschleunigung der öffentlichen Verkehrsmittel nicht beeinträchtigt und in bestimmten Situationen sogar verbessert.